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Buchtipp: Unsere Seelen bei Nacht

Addie und Louis sind schon seit langem verwitwet. Sie kennen sich entfernt, leben in der amerikanischen Kleinstadt Holt, ihre Häuser sind nicht weit von einander entfernt. Und Nacht für Nacht liegen sie wach in ihren viel zu großen Ehebetten: schlaflos, belastet von den Dingen der Vergangenheit und der Leere der Gegenwart.

Bis Addie eines Tages Louis vorschlägt, bei ihr zu übernachten. Einfach nur neben ihr zu liegen, um nicht allein zu sein, um die Dunkelheit und Einsamkeit zu vertreiben. Und nach einigem Nachdenken, beginnt er tatsächlich, Abend für Abend mit Zahnbürste und Pyjama in einer Papiertüte zu Addies Haus hinüberzugehen, um es am Morgen wieder zu verlassen. Ihre nächtlichen Gespräche handeln von alltäglichen Dingen, von Erinnerungen und Träumen. Nach und nach stellt sich Zuneigung und Zweisamkeit ein. Als Addies kleiner Enkelsohn für einige Wochen zu ihr zieht, wird aus ihnen beinahe so etwas wie ein harmonisches Großelternpaar.

Die Beziehung von Addie und Louis stößt in der Kleinstadt auf Unverständnis und Ablehnung. Doch die gemeinsamen Erlebenisse mit dem Jungen machen die beiden unempflindlich. Ein gemeinsamer Ausflug in die Berge, der Besuch eines Baseballspiels oder die Anschaffung eines kleinen Hundes – diese Dinge schaffen einen Kokon, der die Meinung der Bürger auf Distanz hält, ja ihnen mitunter einen Anflug von Bewunderung abringt. Erst Addies Sohn, der die Beziehung ebenfalls nicht gut heißt, hält mit seinem Jungen das Mittel in der Hand, die Beziehung der beiden zu stören …

Ein berührender Roman über eine späte Liebe, aber auch über die Freiheit, die der Herbst des Lebens eigentlich bereit hält.

(gelesen von Mischa)

Kent Haruf: Unsere Seelen bei Nacht. Roman. Diogenes 20.00 Euro reservieren

 

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