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Tage zwischen Büchern

IMG_2273 Hallo liebe Leser, ich bin Friedrich, 15 Jahre alt, Schüler am Dathe-Gymnasium in Berlin-Friedrichshain und ich werde die nächsten zwei Wochen hier, bei „lesen und lesen lassen“ als Praktikant arbeiten und lernen. Ich versuche an dieser Stelle jeden Tag einen kleinen Text schreiben, in dem ich dokumentiere, was ich hier so erlebe.


Tag 1

Heute ist Montag, mein erster Tag hier und ich bin natürlich ein bisschen aufgeregt, als ich den Laden betrete. Frau und Herr Klemm begrüßen mich und wir reden ein paar Minuten über das, was mich in den nächsten zwei Wochen hier erwartet. Heute werde ich lernen mich im Laden zu orientieren, Warengruppen zu unterscheiden und bestimmte Bücher möglichst schnell zu finden.

Meine erste Aufgabe ist es, mir das Geschäft anzuschauen und zu versuchen heraus zu finden, wie die Bücher sortiert sind. Ich sehe mich also um und bemerke, dass es verschiedene Rubriken oder Thematiken gibt, nach denen die Lektüre geordnet ist. Auch alphabetisch nach dem Nachnamen des Autors geordnet sind die Bände in manchen Ecken.

Jetzt, nachdem ich meine Ergebnisse präsentiert habe, bekomme ich meine nächste Aufgabe. Ich soll den Grundriss der Buchhandlung skizzieren, die Regale einzeichnen und mir dann, damit ich später Bücher finden kann, das Sortiment zur Skizze notieren.  Als ich meine Skizze fertig gezeichnet habe fehlen mir nur noch die Begriffe, die ich mir dazuschreiben kann, um mich zu orientieren. Aber statt in Rubriken wie Psychologiebuch oder Fußballbuch einzuteilen, benutze ich Fachbegriffe. Ich unterteile, mit Hilfe von Herrn Klemm, nämlich in Warengruppen. Die Warengruppen benutzen Verleger und Buchhändler, um ihr Sortiment in verschiedene Gruppen einzuteilen, dabei gibt es Obergruppen und Untergruppen, so gehören zum Beispiel zur Belletristik Romane und Krimis, die man aber beide auch wieder in Untergruppen unterteilen kann.

Zum Ende des Tages werde ich damit beauftragt, ein paar Bücher zusammen zu suchen, die zurückgeschickt werden sollen. Das gestaltet sich aber gar nicht so einfach. Ist dieser Titel nun ein Krimi oder doch eher ein Jugendbuch? Mit einem bisschen Hilfe schaffe ich das dann aber auch.

Es bleibt nur noch eine Aufgabe: diesen Text zu schreiben.

 

Tag 2

Heute ist mein zweiter Tag. Es ist schon ungewohnt, um halb zwölf „zur Arbeit“ zu gehen. Heute werde ich nämlich bis 18 Uhr hier, im Laden, bleiben. Nach der kleinen Besprechung mit den beiden „Chefs“ steht der Tagesplan fest. Heute werde ich Fenster putzen, noch einmal Bücher zusammensuchen (diesmal sind es aber deutlich mehr), und letztendlich noch ein paar Bücher anlesen.

Die Pflicht ruft.  Auch als Buchhändler muss man mal draußen Hand anlegen. Damit man schön auf die Auslage gucken kann, müssen die Fenster schön sauber sein. Natürlich muss das nicht jeden Tag geschehen, aber alle zwei Wochen ist es schon nötig. Nachdem mir Herr Klemm die diversen Utensilien zum Fensterputzen gegeben und mir gezeigt hat, wie es am einfachsten geht,  fange ich auch schon an. Nach ca. 20 Minuten bin ich durch mit dem Putzen.

Als nächstes soll ich Bücher in der Buchhandlung finden, die schon seit mehr als einem dreiviertel Jahr hier stehen und deshalb an den Verlag zurückgegeben werden. Meine Liste ist eine ganze Seite lang, und zwar in Schriftgröße 11 geschrieben. Nach einer Stunde bin ich immer noch nicht fertig. Ob ich mich einfach nur blöd anstelle oder ob die Bücher sich in Luft aufgelöst haben, weiß ich nicht. Irgendwann gebe ich auf, das heißt, ich gehe zu Frau Klemm und frage sie nach ein bisschen Hilfe. Innerhalb der nächsten 10 Minuten sind alle Bücher, die mir noch gefehlt haben, gefunden.

Nach der Mittagspause(um halb vier) lese ich ein paar Jugendbücher an, die noch nicht erschienen sind. Das ist wichtig denn die Buchhandlung ja muss wissen, welche Stärken und Schwächen die Bücher haben. Morgen kommt nämlich ein Vertreter und dann muss  entschieden werden,  ob das Buch zur Buchhandlung passt und bestellt werden soll. Das gestaltet sich als sehr entspannt und die Zeit vergeht wie im Flug.

Die letzten 40 Minuten meines Tages schreibe ich noch diesen Text und dann ist auch schon Schluss …

 

Tag 3

Die Luft ist noch feucht vom Regen als ich aus meiner Haustür trete und mich auf den Weg zur Buchhandlung mache. Die Straßen triefen vor Nässe, doch man sieht schon einige eifrige Menschen, die auf der Straße unterwegs sind. Der Himmel lockert sich auf und die Wolken verschwinden langsam. Ich ziehe meine Kapuze herunter. Nach drei Minuten bin ich da.

Der Tag beginnt heute mit einer kurzen Version des klassischen Gespräches. Heute werde ich einige wichtige Begriffe lernen, Bücherlieferungen in abholbereite Päckchen verwandeln und mir einige Bücherkataloge ansehen.

Ich fange damit an, mir ein Lehrbuch für Buchhändler anzusehen. Ich schreibe mir einige Definitionen heraus und lerne, dass das, was ich in den vergangenen Tagen öfter einmal gemacht habe, nämlich das Heraussuchen von Büchern, zur Vorbereitung einer Remission dient. Die Bücher, die ich zusammentrage, heißen in dem Fall Remittenten und werden an den Verlag zurückgegeben.

In der darauffolgenden Stunde lerne ich, wie man die ankommenden Lieferungen von Büchern richtig bearbeitet. Das gestaltet sich zwar nicht als Herkulesaufgabe, jedoch dauert es schon eine Weile und man muss konzentriert bleiben. Letztendlich kann man am Ende aber zufrieden sein, denn man hat etwas geschafft.

Nach meiner Mittagspause lese ich mich in einige der Kataloge ein, in denen die Bücher, die im kommenden halben Jahr erscheinen werden aufgelistet sind. Einige Bücher finde ich spannend, zu denen schriebe ich eine kurze Notiz an den Rand, dann kann meine Einschätzung vielleicht auch beim Bestellen für den Laden helfen.

Danach fange ich an zu schreiben und während die Zeit verfliegt und der Himmel sich verdunkelt, nähert sich meine Zeit im Laden langsam dem Ende.

 

Tag 4

Sonnenstrahlen scheinen in mein Gesicht, während eine frische Brise die Blätter der Bäume rauschen lässt. Einzelne Zirruswolken sind am Himmel zu sehen. Es riecht frisch. Mein erster Eindruck von diesem Tag ist äußerst positiv. Ich fange an zu laufen und nach ein paar schnellen Schritten bin ich am Ziel.

Da heute keiner der beiden Inhaber anwesend ist, gibt es das typische Gespräch nicht. Ich werde gleich beim Wareneingang helfen, danach muss noch eine Remission vorbereitet werden und später am Tag gilt es ein paar Schulbücher zu verwalten.

Die Bücher, die heute für die Buchhandlung angekommen sind, müssen in die Regale eingeordnet werden. Das ist ganz spaßig und definitiv einfacher als sie zu suchen. Ich sortiere zum Beispiel „Bilder deiner großen Liebe“ von Wolfgang Herrndorf, „Die schützende Hand“ von Wolfgang Schorlau oder auch das neue Kartenspiel „Halt mal kurz!“ von Marc-Uwe Kling ein.

Danach suche ich nach ein paar Büchern, denn am morgen wird uns eine Vertreterin des Rowohlt Verlages besuchen und die muss genehmigen, dass die Bücher an den Verlag zurück geschickt werden dürfen. Das gelingt mir zwar schon deutlich besser als noch an den Tagen zuvor, jedoch brauche ich immer noch ein bisschen Hilfe von Rebecca.

Nach der Mittagspause zeigt mir Ulla, wie man Schulbücher verwaltet, und in einer Stunde habe ich zwei Stapel Schulbücher zum Abholen bereit gemacht. Ich bin schon ein bisschen aufgeregt, als ich bei den entsprechenden Leuten anrufe, um Bescheid zu sagen, dass die Bücher jetzt abgeholt werden können. Da aber in beiden Fällen keiner zu Hause ist, spreche ich meine Nachricht auf den Anrufbeantworter.

Am Ende des Tages setzte ich mich wieder an den Rechner und merke, dass sich mein erster Eindruck vom Tag bestätigt hat.

 

Tag 5

Heute ist der letzte Tag – auf jeden Fall für diese Woche. Ich fange heute direkt damit an Schulbücher anzunehmen, langsam routiniert sich das Verfahren, aber es läuft noch nicht reibungslos. Nachdem ich die Bücher ausgepackt und geordnet habe, rufe ich bei einer Familie an. Warum bei meinen Anrufen immer der AB rangeht, das weiß ich nicht.

Um 11:30 Uhr kommt eine Vertreterin der Rowohlt Verlagsgruppe  zu Besuch. Die Vertreterin kommt nur zweimal im Jahr; am Anfang des Jahres und im Sommer. Ich kann mich dazu setzen, während Frau Klemm und die Vertreterin ihr Gespräch führen. Sie sprechen über im kommenden Halbjahr erscheinenden Titel. Dach entscheidet Frau Klemm, welche Titel für die Buchhandlung interessant sind und wie viele sie davon einkauft.  Es ist sehr interessant, besonders die große Anzahl der Bücher-Neuerscheinungen, die einzig und allein in einer Verlagsgruppe in einer Saison erscheinen. Nach ungefähr 2 Stunden geht die Vertreterin wieder und ich habe Mittagspause.

Dann ist der Wareneingang dran. Heute sind Verlagslieferungen angekommen. Das sind keine Lieferungen, die kommen, weil jemand ein Buch bestellt hat, sondern Lieferungen von Büchern die sehr gefragt, einfach gut, oder repräsentativ für die Buchhandlung sind, und deshalb hier bereit stehen sollen. Die Lieferungen kommen in Kartons, die zugeklebt sind, weswegen man sie sozusagen zerreißen muss. Die ausgepackten Bücher werden erst einmal gezählt und dann werden sie nach Verlag sortiert. Danach kann man die Strichcodes scannen und damit sind die Werke im System, vorher waren sie sozusagen noch gar nicht da. Jetzt sortieren wir die Bücher noch in die Regale ein, wobei mir mein Wissen über die Warengruppen hilft, und schon ist ein Paket geschafft.

Ich bibliographiere als nächstes ein Bisschen und schaue im System nach, ob meine Lieblingsbücher alle im Laden sind. Damit lerne ich wie das System funktioniert.

Ich kann das aber nicht lange machen, denn ich muss mir ja auch noch Zeit zum Schreiben nehmen. Und schon wieder ist ein Tag vorbei – jetzt ist erst einmal Wochenende.

 

Tag 6

Das Wochenende ist vorbei und ich bin wieder da!

Herr Klemm wird heute den Großteil der Aufgaben mit mir besprechen, denn Frau Klemm macht montags immer die Bestellungen für das Lager.

Montag ist anscheinend der „Putztag“, letzte Woche waren es die Fenster, heute sind es zwei Regale. Ich säubere als erstes das „Berlin-Regal“ und danach das „Reise-Regal“. Das geht ganzschön auf den Rücken … Nach einer halben Stunde hab ich die beiden Regale fertig geputzt und der Wareneingang wartet auf mich.

Die Bücher für die Kunden sind heute relativ schnell bearbeitet und mit Hilfe von Herrn Klemm bereite ich nun die allgemeinen Bestellungen auf. Es sind ziemlich viele Bücher gekommen und somit dauert das eine Weile. Aber nach und nach leeren sich die Kartons, während sich die Regale füllen.

Dann ist es soweit, meine Klassenlehrerin Fr. Gutte ist zu ihrem „Betriebsbesuch“ da. Ich erkläre ihr was ich hier mache und sie erzählt mir, dass sie diesen „Blog“ liest und gut findet. Wir unterhalten uns unter anderem über die Unterschiede zwischen dem Praktikum und der Schule. Sie möchte ein Buch verschenken und während sie mit Frau Klemm spricht, suche ich das Buch heraus und verpacke es.

Es sind noch ein einige Bücher übrig, die einsortiert werden müssen. Die meisten stelle ich noch vor meiner Mittagspause ins Regal. Als ich von meiner Mittagspause zurückkomme, sind alle übrigen Bücher schon weg; Frau Klemm hat sie einsortiert. Ich bereite nun die nächste Remission vor, es gehen Bücher an die Fischer Verlagsgruppe zurück, vor.

Da ich noch Zeit brauche um meinen Text weiter zuschreiben, muss ich schon vorzeitig mit der Vorbereitung der Remission aufhören. Das ist aber kein Problem, denn die Vertreterin kommt erst in zwei Tagen.

 

Tag 7

„Heute wird`s wahrscheinlich ein durchschnittlicher Tag…“, denke ich als ich mich auf den Weg zur Buchhandlung mache. Und es fängt auch erst einmal an wie immer.

Beim Wareneingang mache ich heute wieder die Schulbücher. In 20 Minuten sind zwei Bestellungen fertig und ich gehe zum nächsten Punkt über.

Heute schreibe ich nämlich eine Rezension zu dem Buch „Secret Fire – Die Entflammten“, das ich mir am Mittwoch ausgeliehen hatte. Das Buch ist von C.J. Daughtery und Carina Rozenfeld. Es ist spielt zwar in der modernen Welt, aber manche Personen haben spezielle Fähigkeiten. „Secret Fire“ ist zwar etwas klischeehaft, das Buch ist aber spannend und hat mir gut gefallen. Die Rezension ist auch hier auf der Website lesbar.

Nachdem ich die Rezension geschrieben habe, ist auch schon Mittagspause. Das hat ganz schön lange gedauert… Als nächstes werde ich mit Rebecca das Fußballschaufenster abbauen und das neue Schaufenster mit dem Thema „Reisen, andere Länder und Co.“ aufbauen. Die alte Gestaltung ist gerade abgebaut als wir bemerken, dass das Fenster dreckig ist. Und das obwohl ich am letzten Montag erst die Scheiben geputzt habe … Naja, kann man nicht ändern, also gehe ich die Fensterputzsachen holen und putze das eine Fenster noch einmal. Jetzt sieht es schon deutlich besser aus. Danach geht es an die Gestaltung. Rebecca und ich ordnen die Bücher, die dafür ausgewählt sind im Fenster zu stehen, auf verschiedene Weisen an und schauen sie uns auch von außen an. Am Ende stellen wir sie auf eine bestimmte Weise hin und Frau Klemm schaut es sich an. Sie verändert noch einiges und dann ist es auch schon fertig.

Ich habe nur noch ca. 30 Minuten Zeit, ich muss mich also mit Schreiben beeilen. Der Tag war anscheinend doch gar nicht so durchschnittlich wie ich anfangs dachte.

 

Tag 8

„Heute wird die Sonne scheinen“, prognostiziere ich. Ich mache (-wie immer-) die Schulbücher fertig und helfe dann beim restlichen Wareneingang. Da heute die Vertreterin kommt, fange ich schon einmal an, die restlichen Remittenden zu suchen. Das geht zwar schon relativ schnell, die schiere Anzahl der Bücher streckt aber natürlich die Zeit, die ich zum Fertigstellen benötige.

Doch dann fängt es an zu regnen. Innerhalb von Sekunden sind die Straßen überflutet. An den Fensterscheiben rauschen wilde Flüsse hinunter und die Leute auf der Straße flüchten schnellstmöglich ins Trockene. Dann kommt der Hagel, die Dächer der Autos sehen aus wie schneebedeckt und auf den Straßen schwimmt die Brühe mit einer Krone aus Eis. Nach ein paar Minuten ist es vorbei und kurze Zeit später haben sich die Wassermassen von den Straßen in die Kanalisation verzogen. Soviel zu meiner morgendlichen Wetterprognose.

Während ich meine Liste der Remittenten abarbeite, kommen hin und wieder Kunden, für die ich manchmal Bücher heraussuche. Zwischendurch mache ich mit Fr. Klemm und Ulla jeweils ein kleines Interview mit 5 Fragen für meine Praktikumsmappe. Letztendlich bin ich sogar mit allem zeitig fertig geworden und kann mir genug Zeit für meinen kleinen Bericht nehmen.

Heute war echt ein schöner, entspannter Tag, an dem ich einiges geschafft habe. Ich glaube das ich jetzt einen weiteren Beruf kenne, den ich nicht ausüben werde: Meteorologe.

 

Tag 9

„Alles wie immer“, lautet das Motto von heute. Es sind heute wirklich sehr viele Kisten angekommen, der Wareneingang wird wahrscheinlich viel länger dauern als sonst. Nachdem die Schulbücher geschafft sind, setze ich mich an den PC und mache noch ein bisschen Wareneingang für das Lager. Danach arbeite ich eine Weile an der Praktikumsmappe, formatiere und schreibe, bis etwas Ordentliches dabei herauskommt. Bis die Mappe fertig ist, wird es aber noch dauern.  Zwischendurch bringe ich den Müll weg und betreue ein paar Kunden.

Dann widme ich mich einer größeren Aufgabe. Ich sortiere Umschläge. Das klingt jetzt vielleicht langweilig, es ist aber besser als man denkt. Ich habe ein kleines Regal bekommen, in das ich die Umschläge für die Schulbücher einordnen soll. Ich entwickle ein System, in dem die Umschläge nach Größe sortiert sind. Bestimmte Etagen des Regals lasse ich frei, damit dort noch Umschläge hinpassen, die momentan noch nicht da sind. Am Ende bastle ich noch kleine Schildchen auf denen die Größennummer der Umschläge, sowie die Maße stehen, und klebe die Schildchen ans Regal. Jetzt haben es alle Mitarbeiter leichter, die passenden Umschläge zu finden.

Nach der Mittagspause arbeite ich an meiner Praktikumsmappe und schreibe meinen Bericht, der ja leider immer kürzer wird, da ich kaum noch Neues mache. Mir macht es aber umso mehr Spaß, denn mittlerweile brauche ich nur noch wenig Anleitung.

 

Tag 10

Heute ist der letzte Tag – und diesmal wirklich der letzte hier. Ich hab heute nicht wirklich viel zu berichten, daher ziehe ich ein kleines Fazit für die zwei Wochen.

Als ich mich in einer Buchhandlung beworben hatte, erwartete ich einen eher verträumten Laden, in dem die Buchhändler viel lesen. Natürlich war mir klar, dass die Bücher auch bestellt werden müssen und das auch einiges an Papierkram ansteht, aber das es letztendlich so viel ist, hätte ich nicht gedacht.

Das ist aber nicht negativ zu sehen. Ich hatte nur etwas anderes erwartet. In der Realität gibt es wahrscheinlich kaum einen Job der komplett entspannt ist. Beim Wort „Buchhändler“ liegt die Betonung für mich nun eher auf „-händler“, als auf „Buch“.

Ich habe viel gelernt über die Einteilung von Waren und über Systeme im Handel. Mir hat das einerseits gut gefallen, andererseits hätte ich auch gerne mal etwas Zeit gehabt um einfach zu lesen.

Was mir besonders Spaß haben mir die Gespräche mit Kunden gemacht und auch das Vertretergespräch bei dem ich dabei war fand ich toll. Das Remissionsvorbereiten war zwar anstrengend, aber man hat das gesamte Sortiment gesehen, das ist also auch eine schöne Aktivität. Der Wareneingang ist mir dagegen etwas zu eintönig gewesen. Nicht dass es langweilig wäre, spannend ist es aber auch nicht.

An sich hat mir also das Praktikum gefallen, denn ich habe den Beruf und den Betrieb meines Erachtens gut kennengelernt. Ich konnte viele Aufgaben selbst machen, das fand ich besonders gut. Das Team ist nett und obwohl ich anfangs ein paar Schwierigkeiten hatte, komme ich mit allen gut aus. Ich denke, wenn man Buchhändler werden möchte, muss man viel Herzblut in den Beruf stecken. Spaß würde mir der Beruf vielleicht machen, ich stehe jedoch lieber als Käufer im Laden, ohne mir Gedanken über die Verkaufszahlen zu machen, oder ob noch eine Lieferung von Büchern kommt, die ich auspacken muss.

Wenn man in einer Buchhandlung arbeiten will muss man, um glücklich zu sein, eigentlich an jeder Aktivität Spaß haben und deshalb ist der Beruf nicht direkt etwas für mich.

Das Praktikum war gut, aber mehr muss nicht sein. Ich könnte mir trotzdem vorstellen, für eine Buchhandlung Rezensionen schreiben, nachdem ich künftig erscheinende Titel gelesen habe.

Danke an alle Leser und das supertolle Team vom Laden, für die Möglichkeit, das Praktikum hier zu machen.

Schönen Tag noch,
Ihr schreibender Praktikant Friedrich

3 Gedanken zu „Tage zwischen Büchern

  1. Liebe „Leseratte“ Friedrich,
    es mach wirklich Spaß an Deinen täglichen Erfahrungen teilhaben zu können. Ich bin schon gespannt, wie es mit Dir und Deinen ersten Berufserfahrungen weitergehen wird.
    Ich wünsche Dir weiterhin viel Freude und Erfolg!
    Dein „Freundchen“ Micha

  2. Hallo Friedrich, Dein Tagebuch ist eine super Idee,so bekommt man mal mit, was hinter den Kulissen einer Buchhandlung passiert. Dir noch viel Spaß bei Deinem Praktikum. Viele Grüße aus Kiel Ute und Co

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