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Mit Stift, Dinter & Lehmann

Vor einigen Wochen gab es eine wirkliche Überraschung: Sven Regener’s Herr Lehmann als Graphic Novel! Geht das? Darf das? Kann das?
Federführend war an diesem Werk Tim Dinter, der einigen durch seine monatlichen Tagesspiegel-Illustrationen, anderen von der Comic-Künstlergruppe Monogatari her bekannt sein dürfte.

Als sein Markenzeichen gilt seit langem ein fast fotografischer Stil, sein Thema ist, wie er sagt, Berlin. Gute Voraussetzungen, einen Roman wie Herr Lehmann zu zeichnen. Dennoch hat er volle drei Jahre daran gearbeitet. Aber es hat sich gelohnt. Lehmann-Begeisterten, wie kritischen Lesern, die sich fragen, ob die Graphic Novel mit dem Buch Regners mithalten kann, sei damit gesagt: Ja! Das Kreuzberg der 80er Jahre bekommt durch Dinters realistische Zeichnungen ein Gesicht. Man schlendert mit Frank, den ja alle nur „Herr Lehmann“ nennen, durch dessen Alltags- und Arbeitswelt: durch Kneipen um Lausitzer Platz, Kotti, Markthalle in der Eisenbahnstraße, Wiener- und all die Seitenstraßen mit den Figuren die man manchmal noch, aber seltener in Kreuzberg entdeckt.
Die Graphic Novel schafft es, das Lebensgefühl dieser Zeit heraufzubeschwören. Der Leser hat nach der Lektüre das Gefühl, „dabei gewesen“ zu sein.

Dim Tinter / Sven Regener: Herr Lehmann. Eichborn 19.99 Euro reservieren

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