Allgemein ·Krimis

Krimi-Tipps von Franziska

Stephen King kann auch anders, hat er mit Brennen muss Salem gezeigt. Wer es blutrünstig mag, sollte Max Bentow lesen. Doch woher nimmt Don Winslow immer wieder die Inspiration für seine Kriminalromane, das fragte sich unsere Krimi-Spezialistin Franziska bei der Lektüre dessen mittlerweile 13. Buches:

Hängt er vielleicht an Regentagen in seinem Strandhaus herum und guckt heimlich Wiederholungen von O.C. California, The Hills und Weeds? Stehen die gesammelten Werke Bret Easton Ellis in seiner Privatbibliothek – gleich neben den drei Musketieren und Alice im Wunderland? Der Gedanke kommt nicht von ungefähr beim Blick auf Setting, Figurengestaltung, der endlosen Aufzählung in einer Shopping-Mall ansässiger Luxusmarken (Hallo Patrick Bateman) und dem kompakten Drogenwissen. Das alles verleiht bereits dem Vorgängerroman Tage der Toten die gewisse Authentizität.

In Zeit des Zorns fügt er dem bewährten Don-Winslow-Basisrezept (mafiöse Machenschaften mexikanischer Drogenkartelle, Waffenwissen für Fortgeschrittene und messerscharfe Dialoge) eine Prise Gesellschaftskritik und kräftige Spritzer Schnelligkeit hinzu. Erstreckt sich die Handlung in Tage der Toten noch über mehrere Jahrzehnte, läuft die Handlung in Zeit des Zorns an wenigen Tagen ab. Die beiden Hauptakteure sind zwei Freunde, Anfang Zwanzig die in Laguna Beach/ Kaliforien leben. Da ist zum einen der friedfertige Ben, der in Berkeley Marketing und Botanik studiert hat und seine gesamte Freizeit opfert, um die Welt ein Stückchen grüner zu machen. Seine „bessere Hälfte“ heißt Chon. Was Ben an Aggression fehlt gleicht Chon mit seiner Gewissenslosigkeit aus. Vor einiger Zeit haben die beiden beschlossen, ihre unterschiedlichen Features zu verbinden und sich selbstständig zu machen. Frei nach dem Motto „Mach was dir Spaß macht und du wirst keinen Tag arbeiten“ gründen sie schließlich eine Marihuanaproduktion- und Vertriebsfirma. Chon bringt dafür, aus einem Kampfeinsatz in Afghanistan, den Samen der „White Widow“ mit, welchen Ben schließlich zum begehrtesten Dope Kaliforniens weiter züchtet. Der Erfolg der tüchtigen Geschäftsmänner bleibt auch der Konkurrenz nicht verborgen. Das in Mexiko ansässige Baja-Kartell äußert seinen Kooperationswillen. Doch so schnell möchten Ben und Chon die neu gewonnene Unabhängigkeit nicht aufgeben und lehnen ab. Damit erzürnen sie ausgerechnet deren „rote“ Königin Elena Lanter, die daraufhin ihren Forderungen mehr Nachdruck verleiht und Ophelia, die gemeinsame Geliebte der beiden, entführen lässt. Entweder Ben und Chon lenken ein oder Ophelias Kopf wird rollen …

Don Winslow: Zeit des Zorns. Suhrkamp 14.95 Euro reservieren

Bisher habe ich Stephen King immer auf eine Stufe mit der RTL 2-Mystery-Serie „X Faktor- das Unglaubliche“ (das Grauen hat einen Namen: Ihr Jonathan Frakes) gestellt und diese Treppe führt direkt in die Versenkung. Aber „Brennen muss Salem“ hat bewiesen, das er auch anders kann. Ich habe dieses Buch regelrecht verschlungen und es hat meine Hunger nach einer klassischen, spannenden, geheimnisvollen und nicht langatmigen oder über-esoterischen (Horror-) Geschichte mehr als nur gestillt.

Die Handlung hat die Tendenz zum Klassiker: nach vielen Jahren kehrt ein erfolgreicher Schriftsteller in das abgeschiedene Städchen Salems Lot zurück um die traumatischen Geschehnisse seiner Kindheit literearisch zu verarbeiten. Ausgangspunkt seiner Aufarbeitung ist das gruselige alte Haus auf einem Hügel, das vor Jahren Schauplatz eines Mordes wurde und nun erstmals neue Besitzer gefunden hat. Prompt verschwinden Menschen spurlos, ein Hund wird geopfert und niemand weiß wieso. Der Schriftsteller, ein Pfarrer, eine junge Frau und zwei neugierige Jungs machen sich auf den gefährlichen Weg die Geschehnisse aufzuklären und dafür benötigen sie weder Handys noch Computer oder Taschenrechner, sondern simplen Menschenverstand und ganz viel Mut. Die aktuelle Ausgabe von Heyne ist zugegebendermaßen ein Liebhaberstück, aber das werden sie nach der Lektüre definiv auch sein.

Stephen King: Brennen muss Salem (Erweiterte Ausgabe). Heyne 16.00 Euro reservieren

Dieser Krimi ist nichts für zartbesaitete. In Berlin Kreuzkölln werden junge, blonde Frauen in ihren Betten ermordet, Augen ausgestochen, Haare abgeschnitten und ein gerupfter Dompfaff liegt in der offenen Brusthöhle. Wer wissen möchte wer zu so bestialischen Morden fähig ist, der sollte Kommissar Nils Trojan und Psychologin Jana Michels auf ihrer Jagd nach dem Federmann begleiten.

Max Bentow: Der Federmann. Page & Turner 14.99 Euro reservieren

Wenn es nach Peter Wells geht, dann kann sich Katie bald zur glücklichsten Frau von ganz New York schätzen, denn gemeinsam werden sie ein Traumpaar abgeben. Er hat sich das schon ganz genau ausgemalt, das gemeinsame Apartment gekauft, den Heiratsantrag geplant und sogar einen Job in ihrem Fitnessstudio angenommen, um ihr nah zu sein. Doch wird das reichen, um Katie für sich zu gewinnen und wie wird er ihren Freund Andy los?

Jason Starr: Stalking. Diogenes 11.90 Euro reservieren

.

Franziska ist noch nicht lange in unserem Laden, aber schon jetzt hat sie unserer englischsprachigen Abteilung viel neuen Schwung verliehen. Besonderns gern liest sie übrigens …… Krimis!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.