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“Ein hoher Preis” – von Nick McDonell

Vor sieben Jahren, 2003, hatte Nick McDonell mit seinem Roman Zwölf großes Aufsehen erregt. Die Hauptperson ist White Mike, ein smarter Drogendealer, der sich aus allem raushält. Sogar aus dem Drogengenuss, Mike ist clean. Es ist die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr und die meisten seiner Kunden, Highschool-Schüler aus der New Yorker Upper-Class, sind allein zu Haus. Die Eltern haben sie auf Geschäfts- und Urlaubsreisen allein in den riesigen alten Villen zurück gelassen. Ziellos, wie es am Ende der Highschool-Zeit, kurz vor dem College, ist. Genauso treibt auch die Handlung des Buches lange dahin, bis sie sich endlich auf ein bestimmten Punkt zuzuspitzen scheint: eine Silvesterparty. Doch es soll keine gewöhnliche Party werden. Man will nicht nur Spaß, man will, dass die Party in die Geschichte eingehen. Und das tut sie auch, denn sie endet in einem Amoklauf.

Das Buch des damals 17jährigen wurde ein Bestseller und in viele Sprachen übersetzt und 2010 verfilmt.

Nachdem 2006 der zweite Roman Nick McDonells Der dritte Bruder veröffentlicht wurde, erschien nun Ein hoher Preis. Dieser Roman knüpft zeitlich etwa an Zwölf an, denn einer der beiden Erzählstränge spielt auf einem Elite-College in den USA. David, ein afrikanischer Student, steht vor schwierigen Fragen: mit wem muss man sich anfreunden, in welcher Studentenvereinigung sollte man Mitglied sein, wie kommt man an einen guten Praktikumsplatz? Beim Studium erfährt er Förderung durch die Professorins Susan Lowell. Doch die Studie über den afrikanischen Bewegungsführer Hatashil, für die sie den Pulitzerpreis erhielt, erscheint durch neuere Ereignisse plötzlich fragwürdig. Ist sie da noch der richtige Umgang für David?
Ein zweiter Erzählstrang handelt von Teak, einem Geheimagenten, der in Ostafrika zwischen die Fronten gerät. Eigentlich sollte er dem ursprünglich von den USA unterstützten Hatashil eine wichtige Botschaft überbringen, doch er überlebt nur knapp einen überraschenden Angriff auf dessen Dorf – ausgeführt von amerikanischenTruppen.
Susan Lowell und Teak versuchen die Wahrheit herauszufinden, doch der Atlantik trennt Susan von den Ereignissen, Teak trennt er von seinen Vorgesetzten …

Interessant an diesem Buch sind die Mechanismen, wie die amerkanische Elite an Top-Universitäten rekrutiert wird. McDonell, selbst Harvard-Absolvent und als Journalist unter anderem in Afrika arbeitend, dürfte in seinem Buch aus realem Material schöpfen. Die inhaltliche Tiefe und den sprachlichen „Guss“  von Zwölf, erreicht er hier zwar nicht.  Dennoch: aus einem spannenden Plot und interessant gestalteten Figuren ist hier ein lesenswerter Politthriller entstanden.

mcdonell_ein_hoher_preis Ein hoher Preis
Roman. Berlin Verlag
22.00 Euro
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mcdonell_zwoelf Zwölf
Roman. Kiepenheuer & Witsch
7.95 Euro
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