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Das Jahrhundert der Stadt

Zehn Jahre des neuen Jahrhunderts hat es gebraucht, bis die große Abhandlung über Die Stadt im 20. Jahrhundert erschienen ist. Dabei waren es nicht nur zehn Jahre, die sich Vittorio Magnago Lampugnani mit diesem Thema beschäftigt hat: Zugegeben, als ich vor ein paar Jahrzehnten mit der Arbeit begonnen habe, hatte ich ein handlicheres Buch im Auge. Im Laufe der Forschungsarbeit zeigte sich aber, dass es neben den bekannten Entwicklungslinien des Städtebaus des 20. Jahrhunderts viele Neben- und Gegenlinien gibt, die bei genauerem Hinsehen nicht minder bedeutsam sind als die Entwicklungen, welche die orthodoxe Geschichtsschreibung untersucht. Ich wollte sie nicht auslassen, und dadurch ist das Buch dicker geworden,  sagte der dem herausgebenden Wagenbach-Verlag.
Viereinhalb Kilo schwer ist das opulente zweibändige Werk, das auf über 900 Seiten mit mehr als 600 Stadtplänen, Entwürfen, Zeichnungen, Architekturfotografien und Luftaufnahmen bebildert ist.

Auf der Vorderseite des die beiden Bände enthaltenden Schubers ist eine Entwurfszeichnung  abgebildet, pikanterweise prangt in der Mitte ein großer Kopfbahnhof. War das 20. Jahrhundert überhaupt das Jahrhundert der Stadtentwürfe, der Visionen und Entwürfe? Vielleicht, denn in welchem Jahrhundert erlitt das Stadtbild ähnlich traumatische Veränderungen wie im Zuge der industriellen Entwicklung im 19. Jahrhundert? In welchem Jahrhundert ermöglichten gesellschaftliche Umformungen mehr städtische Visionen, gaben Kriegszerstörungen (24 Millionen Wohnhäuser in Europa im Zweiten Weltkrieg) mehr Freiraum für gestalterische Neuentwürfe?

Das Werk behandelt die Entwicklung der Stadt vor allem in europäischen und amerikanischen Zusammenhang. Seinen Stoff gliedert Lampagnani in 28 thematische Kapitel, eine beherzte Gliederung, die anstelle des Elends chronologischer Aufzählungen neue Zusammenhänge über Ländergrenzen und Einzelbiographien hinaus herstellt (FAZ). So geht es in City Beautiful um die amerikanische Großstadt zwischen Pathos und Spekulation, in Skyscraper City dagegen um den Wolkenkratzer als städtischen Baustein. Ein Kapitel behandelt die autogerechte Stadtplanung in New York und Mexico City. Biografisch orientiert sind zum Beispiel Impressionistische Stadtarchitektur (Hendrik Petrus Berlage), Le Corbusier oder Genie und Gesellschaft (Frank Lloyd Wright). In drei Kapiteln widmet er sich dem Phänomen des faschistischen Städtebaus (Italien, Deutschland, Spanien). Mit Deutschland beschäftigen sich auch Auf dem Weg in die Moderne, Neue Sachlichkeit und Neues Bauen, Wiederaufbau im geteilten Deutschland.

Uns Berlinern macht das Buch natürlich besondere Freude, wird doch unsere Stadt nicht nur ausdrücklich im Kapitel Berlin 1910-1933, sondern auch in vielen anderen thematischen Zusammenhängen behandelt.

Vittorio Magnago Lampugnani war 1990-1995 Direktor des Deutschen Architektur Museums in Frankfurt am Main. Er arbeitet als Architekt und lehrt an der ETH Zürich Geschichte des Städtebaus.

Sein Werk ist momentan noch zum vergünstigten Subskriptionspreis von 98.00 Euro erhältlich, ab dem 01. Februar 2011 wird es 124.00 Euro kosten.

Vittorio Magnago Lampugnani

Die Stadt im 20. Jahrhundert
Visionen, Entwürfe, Gebautes

Wagenbach 98.00 Euro

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