“Komm Opa, erzähl doch mal!” – Die Geschichten, von denen man als Kind nie genug bekommen kann – irgendwann sind sie nicht mehr so wichtig. Da hat man seine eigenen Geschichten am Laufen. Und irgendwann ist es dann vielleicht zu spät, um sie sich nochmal erzählen zu lassen.
Ein Drehbuchautor namens David (34) hat die Nase voll von L.A. und fährt nach Florida zu seinen Großeltern. Er hat ein Tonbandgerät mitgenommen und an einem der warmen Abende, wo sie alle auf der Terasse sitzen, Richtung Mexiko blicken und Schwarzen-Johannisbeer-Wodka trinken, bittet er seinen Großvater, noch einmal diese eine Geschichte zu erzählen, die Geschichte von Oma und Opa.
Der Großvater erzählt von seinen Erlebnissen in Leningrad in der ersten Januarwoche des Jahres 1942, als die völlig ausgehungerte Stadt bereits seit einem halben Jahr von deutschen Truppen belagert wird. Der 17-jährige Lew steht kurz vor der Hinrichtung, denn er hat die Leiche eines deutschen Soldaten nach Essbarem durchsucht – und auf Plünderung steht die Todestrafe. Doch wider Erwarten lässt der Geheimdienstcheft Gnade vor Recht ergehen und beauftragt ihn damit, zusammen mit einem Mithäftling zwölf Eier für eine Hochzeitstorte aufzutreiben …
Ein kinoreif-spannender Roman – was sonst sollte man von einem Drehbuchautor (”Troja”, “Drachenläufer”) erwarten?
David Benioff
Stadt der Diebe
Blessing 19.95 Euro
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Der Mädchenkalender 2010 von Martina Hoffmann