Im Schaufenster

Neues aus der Streusandbüchse

schaufenster_brandenburgArme Mark! Ungefähr seit dem Mittelalter trägt sie nun den Titel der „Streusandbüchse“ („des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation“) und seit Jahrhunderten finden das alle eingängig: Sand, Sand, Sand, … wohin man schaut. Noch in den 60er Jahren meinte Ingeborg Bachmann, wenn mansich von der Stadt Berlin befreien wolle, brauche man nur „das Kamel aus dem Zoo befreien, es lospflocken, anschirren, damit reiten durch Brandenburg.“ Tolles Image!
Doch damit nicht genug: Irgendwann machte sich ein gewisser Goethe über den Brandenburger Poeten-Pfarrer Schmidt von Werneuchen lustig. Ein kleines Gedichtchen nur, und das Urteil über die Brandenburger Literatur stand fest für alle lange Zeit: Sand, Sand, Sand … schnell verweht.
Aber die Zeiten ändern sich, ein Blick auf die letzten Preis-Nominierungen – und in unser Schaufenster – zeigt es: Nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse 2009: Andreas Maier mit „Sanssouci“. Nominiert für 2008: Jenny Erpenbeck mit „Die Heimsuchung“. Darüber hinaus vor kurzem erschienen: Silvio Huonder mit „Dicht am Wasser“ – eine trügerische Dorfidylle. Oder 2006: Ralf Rothmann mit „Rehe am Meer“, 2007: Ulrich Treichel mit „Menschenflug“. Bereits etwas älter: Botho Strauß: „Die Fehler des Kopisten“ (1997), Monika Maron: „Endmoränen“ (2003). Oder ganz neu: : Elsas Blaubeeren.

Andreas Maier.

Was kann man noch im Schaufenster entdecken?

Ein so genanntes „Schmettausches“ Kartenblatt. 1767-1787 machte sich der preußische Offizier Friedrich Wilhelm Karl Graf von Schmettau daran, die preußischen Lande zu kartieren. Das Ergebnis ist ein interessantes Kartenwerk aus einer Zeit, als Buxhagen noch Bockshagen hieß und noch nicht Colonie sondern nur Vorwerk war.
Das Schmettausche Kartenwerk ist bei uns als Reprint für 8.00 Euro pro Blatt bestellbar und liegt für Brandenburg flächendeckend vor.

Weiterhin: Die Hefte „Fürstenwalde“ und „Beeskow“ aus der Reihe Schlössermonographien des Freundeskreises „Schlösser und Gärten der Mark“. Der Freundeskreis besteht seit 1990 und hat sich der Erhaltung märkischer Schlossensembles verschrieben. In etwa 100 Heften wird die Bau- und Besitzergeschichte von Schlössern und Herrenhäusern beschrieben. Die Hefte – alle in bibliophiler Aufmachung – sind bei uns für 8.00 Euro erhältlich.

Oder: Den Kulturatlas Brandenburg. Dieser Kulturatlas geht auf ein Projekt der FU-Berlin in den 60er Jahren zurück. Damals entwickelte man dort einen besonderen Zugang zur (Berlin-Brandenburgischen) Geschichte entwickelt. Diverse Themen der Landesgeschichte wurden auf wissenschaftlichen Landkarten visualisiert: Kirchen- und Sozialgeschichte, Militär- und Verwaltungsgeschichte und vieles mehr. Daraus entstand damals der „Historische Handatlas von Berlin-Brandenburg“, ein Konvolut von über 60 großformatigen Karten. Vor einigen Jahren auszugsweise, ergänzt, erläutert und in Buchform erschienen. Ein schönes Geschichtsbuch zum kleinen Preis: 8.95 Euro.

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